Die ultimative Bauanleitung für einen Spanferkelgrill !

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Ferkel
Grillsportverein

 


Hier die Bauanleitung für einen Spanferkelgrill, die mir freundlicherweise von Jörg zu Verfügung gestellt wurde!  10^26 Mal Danke!
Ein Klick auf die Bilder führt zur großen Version.

Vorgeschichte:


Schon vor vielen Jahren war es mein Traum, einmal ein Spanferkel zu essen. Irgendwie ist es aber nie dazu gekommen. Mit Freunden haben wir immer wieder versucht, einen Anlass zu finden, der ein Spanferkel rechtfertigt, aber irgendwie haben wir es nie geschafft. Sicher waren da einige Anlässe (gell Attila? :-) ), aber die angelieferten Schweine hatten noch immer den Touch von Fast-Food und haben auch nicht ganz unserem Portemonnaie entsprochen.
Jetzt steht ein Anlass ins Haus, der nicht nur ein Spanferkel rechtfertigt, sondern gleich vier. Damit das Ganze auch nichts mit Fast-Food zu tun hat, werden wir die Schweine selbst langsam am offenen Feuer garen.
Ich habe auch gleich gelernt, dass für eine größere Gesellschaft ein Schwein gar nicht ausreicht. Man rechnet ca. 1kg Lebendgewicht je Besucher. Wenn man also 100 bis 150 Besucher erwartet, entspricht das zu je 25kg bis 35kg.

 

Der Antrieb:

Die zentrale Stelle an einem Grill ist (zumindest während der Bauphase) der Antrieb. Hier bin ich bei ebay fündig geworden. Leider war hier nur ein einziger passender Getriebemotor im Angebot. Ich bin also mit dem Verkäufer in Kontakt getreten, der zufällig noch einige Getriebemotoren mehr in seinem Lager hatte. Schnell hat sich herausgestellt, dass ich nicht der einzige Interessent bin. Es war also Eile geboten und ich musste Nägel mit Köpfen machen. Wie kommt man am schnellsten zu einem Motor oder umgekehrt ein Motor zu mir? Klar! Mit dem Flugzeug! Obwohl die Verhältnismäßigkeit der Mittel sicher nicht gewahrt waren hat sich der Jörg F. aus M. mit einem kleinen Motorflugzeug aufgemacht, die Motoren zu holen.
Jetzt hatte ich schon mal zwei kleine Motoren und es gab kein Zurück mehr:
 


Da die Motoren mit 20 U/min noch etwas zu schnell drehen, bedarf es einer weiteren Untersetzung. Die ideale Drehzahl für ein Schwein ist cirka 2 bis 5 U/min. Ich baue also aus zwei Mercedes-Getrieben den Rückwärtsgang aus, und werfe den Rest weg :-)

Wofür hebt man den Kram denn jahrelang auf? Mittels diesem Kunstgriffs bin ich schon bei ca. 8 U/min. Die Drehzahl nochmals mindestens zu halbieren ist mit dem Kettentrieb, der an die Schweinespieße führen wird, kein Problem.

Einen Onkel, der drehen kann und auch noch Rentner ist, empfehle ich jedem, der einen Grill bauen möchte. Man schweißt aus Eisenschrott etwas zusammen, was dem Gewünschten einigermaßen ähnlich ist und bekommt zwei Tage später genau das Teil!
 
Das hier gezeigte Werkstück stellt die Verbindung zwischen dem Mercedes Rückwärtsgang und den Ersatzritzeln einer Torpedo-Dreigangschaltung dar.

Das Zahnrad am Schweinespieß ist entsprechend größer und war daher auch nicht im Fahrradladen erhältlich. Die Fahrradhändler konnten weder 62 Zähne liefern, noch einen solchen Preis machen. Kettenräder in Industriequalität kosten etwa die Hälfte eines in billiger Fahrradqualität!!
Leider muss ich das Ritzel noch in der Breite etwas auf eine Fahrradkette anpassen. Eine Fahrradkette hat üblicherweise die Teilung ½" x 1/8" !!
Für die Erfindung des Zolls sollte man die Engländer bestrafen ;-)

Für die Lagerung am Schwein müssen ausgediente Flansche von Hydraulikpumpen herhalten. Die werden komplett zerlegt, neu gefettet und an die 62-Zähne-Räder angepasst.
Das alles zusammengeschraubt, auf einem Untergestell montiert, gibt nun schon ein ansehnliches Bild. Man kann auch schon die Rollapparate sehen, auf denen der Glutkasten verschoben werden kann. Der Verstellbereich wird ist mit ca. 30 cm großzügig bemessen, damit man beim Grillen nicht nur auf Schweine festgelegt ist.

Mittlerweile sind beide Gestelle fertig verschweißt. Es wurden Verstrebungen eingebaut, die Halterung für den Schaltkasten vorgesehen, eine Auflage für die Saftwanne eingeschweißt und alle Schweißnähte verputzt.

Die Eva war so nett, alles einmal mit Rostschutz anzustreichen.

In einer Mußestunde habe ich es sogar geschafft, die Schaltkästen zu verdrahten. Ein Relais verhindert, dass nach einem Stromausfall der Grill selbstständig wieder anläuft.

Nun geht es in die Endmontage. Die Eva muss wieder streichen, während ich schon mal die fertigen Komponenten einbaue. Mit dünnem Baustahl sind schon mal die Spieße angedeutet. Hier werden in Kürze die Schweinchen Karussell fahren ... :-)
Die Heizung:


Die Schweine sollen "indirekt" beheizt werden. Das bedeutet, dass die Glut nicht unter dem Schwein, sondern hinter dem Schwein glüht. Ein Drahtnetz soll das Feuer in der Senkrechten halten. Engmaschige Drahtnetze aus dickem Draht sind leider nirgends Lagerware, so dass wieder Handarbeit fällig ist. Ich schlachte also mehrere grobmaschige Wellengitter, um es zu einem einzigen Feinmaschigen einzuflechten.
Der Martin und der Jörg mussten wieder herhalten. Insgesamt ist es wohl mit zwei bis drei Blutblasen ausgegangen. Die Verhältnismäßkeit der Mittel war aber sicher schon wieder nicht gewahrt :-))

Beim Eisenhändler habe ich 24 Meter Winkeleisen gekauft, für den Glutkasten zugeschnitten und zu Rahmen zusammengeschweißt.

Die werden nun verschweißt, so dass man sich die Funktion auch schon fast vorstellen kann.

Das Glutgitter wird mit zwei Tafeln 3mm Blech und den anderen Rahmen zu einem Kasten verschweißt.

Das Ganze mache ich insgesamt zweimal. Da ich beim Anheften ganz alleine bin, kneife ich immer die Augen zusammen, wenn ich einen Schweißpunkt setze. Heute habe ich einen Sonnenbrand im Gesicht, wie ich ihn den ganzen Sommer nicht gehabt habe. :-((
Außerdem wird mir klar, dass der Grill nicht tragbar sein wird. Alleine den Glutkasten kann ich gerade noch so heben.

Hier nochmals die beiden fertigen Grills.
Der Test:

Natürlich wurde ein eingehender Funktionstest durchgeführt, viele Bilder dazu:

Angrillen des Spanferkelgrills

Die Rezepte:

Solltest Du noch Rezepte benötigen, wirst Du hier fündig:

Alle Spanferkel-Rezepte

 

Schweinecounter